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U21: Derby gegen Kriens endet unentschieden

Auswärts spielt die U21 1:1




U21: DERBY GEGEN KRIENS ENDET UNENTSCHIEDEN

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Ab der 76. Minute lief Alejandro Willimann im Krienser Dress auf. Auf der Gegenseite in der Innenverteidigung stand Bruder Mauricio, am Ende gehen beide mit je einem Punkt nach Hause – brüderlich geteilt sozusagen. Nicht alle traten den Heimweg vom Krienser Kleinfeld aus glücklich an, vor allem Tyron Owusu nicht. Der defensive Mittelfeldspieler des FC Luzern stand im Mittelpunkt einer Szene, die viel zu reden gab, so umstritten war sie. In der 36. Minute stürmte der Krienser Luka Frei aus der zweiten Reihe heran, drosch den Ball in den Strafraum, wo sich Owusu der drohenden Gefahr entgegenwarf. Für Papa Benson, der gegen Ende der 90er- und später nochmals in den Nullerjahren für Kriens gespielt hatte, war der Fall klar. Der inzwischen 46-Jährige sah seinen Sohn frei von Schuld, der Ball sei von der Brust, nicht von der Hand abgeprallt. Dem Krienser Stürmer Célien Wicht war es egal, er traf vom Penaltypunkt zum 1:0. Auch die Trainer waren sich ob der Gerechtigkeit dieses Elfmeters nicht sicher. FCL-Trainer Michel Renggli war ebenfalls der Ansicht, der Ball gehe an Owusus Körper. Und Kriens-Trainer Sven Lüscher sah eine frühere Szene im gegnerischen Strafraum, die «eher Penalty gewesen wäre». Renggli monierte, sein Team hätte nach vorangegangenem Einwurf nicht aufgepasst, für Lüscher kam der Treffer «in einer Phase, in der ich nicht damit gerechnet habe». Die Luzerner, die nach dem Meistertitel viele Abgänge zu gewärtigen hatten, liessen sich von diesem Rückschlag nicht beirren. In der 62. Minute verlor die Krienser Abwehr die Übersicht. Noah Rupp zog aus rund 16 Metern ab und erwischte SCK-Goalie Lars Hunn flach in der nahen Ecke. «Das war ein ansatzloser Schuss, dem Krienser Goalie war zudem die Sicht verdeckt», sagte Renggli. Sonst aber vermisste der Meistertrainer der Promotion League die Durchschlagskraft, «wir waren oft zu verspielt und zu wenig genau.» Genauigkeit, das vermisste auch sein Gegenüber Sven Lüscher.

 

«Wir spielten die Bälle zu wenig sauber und oftmals zu hektisch. Gefallen hat mir hingegen, wie wir gegen den Ball gearbeitet haben.» Noch nicht den Unterschied machen konnte Kriens-Rückkehrer Saleh Chihadeh. Der Stürmer wurde nach der Pause für Torschütze Wicht eingewechselt. Er konnte von einigen vielversprechenden Gegenstössen nicht profitieren. Und das «Geschoss», das er in der 84. Minute abgab, kam zu zentral auf das Tor, FCL-Goalie Diego Heller konnte den Ball wegfausten. In der Nachspielzeit stand Marco Rüedi dem Krienser Siegtreffer sogar noch näher. Sein Schlenzer senkte sich gefährlich in Richtung Lattenkreuz, Heller konnte in extremis retten. «Mit diesem 1:1 kann ich gut leben», sagte Lüscher, «zumal es gegen einen guten Gegner zustande kam.» Noch immer ist Kriens ungeschlagen, doch mehr als ein Tor pro Spiel schaute offensiv noch nicht heraus. Das Team ist im Vergleich zum Vorjahr stabiler geworden, das musste auch Renggli anerkennen. «Mit Fäh in der Verteidigung und einigen anderen konnte sich Kriens gut verstärken.» Er verschwieg – wohl aus Höflichkeit –, dass einige dieser Spieler unter anderem seine Ausbildung geniessen konnten. Lüscher hat nun auch mehr Optionen auf der Bank, und wenn Chihadeh an seine frühere Torgefährlichkeit anknüpfen kann, dürfte der SCK in dieser Liga ein Faktor werden. Dann könnte die Situation eintreffen, in der die Krienser mit einer brüderlichen Teilung der Punkte mit dem Nachbarn nicht mehr zufrieden sein dürfen.

 

Telegramm

 

SCK – FCL II 1:1 (1:0)

 

26.08.2023, Stadion Kleinfeld, Kriens

 

FC Luzern U21: Heller, Urtic, willimann, Vukelic, Meyer (45. Hegglin), Owusu, Dantas (83. Winkler), Rupp, Bieri (60. Wicht), Breedijk (73. Berisha), Jaiteh (83. Zimmermann)

 

Tore: 37. Wicht 1:0 62. Rupp 1:1

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